Vor dem Original zeichnen und hinter die Kulissen des Opernhauses blicken

Während das Adrenalin der Prüfungskandidatinnen und -kandidaten nach der ZAP langsam versiegt und deren Aufnahmeprüfungen korrigiert werden, besuchen unsere dritten Klassen am Kulturtag jeweils eine Institution ihrer Wahl. Sie lernen Kulturpraktiken kennen, die im Kunst- und Musikunterricht zu kurz kommen. So wurden im Fotolabor Bilder entwickelt, in Museen Originale betrachtet und abgezeichnet, Künstlerateliers besucht, das Kostümlager im Opernhaus bestaunt, im Improtheater spielerisch in andere Rollen geschlüpft und am Campus der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) Hochschulluft geschnuppert. Sieben Schüler und zwei Schülerinnen schildern im Folgenden ihre Eindrücke zu den verschiedenen Workshops.

«Ich, in einem abgedunkelten Raum mit roten Scheinwerfern, vor einer chemischen Flüssigkeit sitzend und einer glänzend grauen Metallschachtel in der Hand – so hatte ich mir bis vor Kurzem einen Fotografieworkshop nicht vorgestellt. Was früher für professionelle Fotografinnen und Fotografen selbstverständlich war, durften wir am diesjährigen Kulturtag der 3. Klassen erleben. Für mich und unsere Gruppe ein Novum, das sicher nicht so schnell in Vergessenheit geraten wird.
Im Fotomuseum Winterthur durften wir uns zuerst an einem erstaunlichen Experiment versuchen, denn nur ein kleines Loch in einem dunklen Zimmer kann ein Foto erzeugen. Neben Theorie zu den Ursprüngen der Fotografie konnten wir mit einer kleinen ‘camera obscura’ Fotografien erstellen und entwickeln, Positive und Negative herstellen und im zweiten Workshop Fotogramme gestalten. Letzteres sind durch Licht erzeugte Fotografien ohne Kamera. Mit einem Besuch der Ausstellung passend zu den Themen des Tages endete unser Aufenthalt im Museum, und damit auch dieser, wie ich finde, aussergewöhnliche Ausflug.»
Joshua Hückstädt, 3a

Fotomuseum Winterthur

 «Fünf Gemälde schauten wir uns an. Fünf grossartige Bilder, die mithilfe ihres aussergewöhnlichen Malstils die jeweilige Zeit veranschaulichen. Vom Selbstportrait einer jungen Zürcher Künstlerin aus der Barockzeit bis zum fotorealistischen Kunstwerk aus den 70er-Jahren – wir wurden bei der Führung im Kunsthaus Zürich nicht nur durch die Kunstgeschichte geführt, sondern auch an die Menschen, die hinter diesen phänomenalen Werken standen.»
Lea Pernthaler, 3b

Kunsthaus Zürich

«Zuerst erhielten wir bei einer Führung im Opernhaus spannende Einblicke hinter die Kulissen. Besonders beeindruckt hat mich das riesige Kostümlager, weil dort unzählige detailreiche Kostüme aufbewahrt werden und jedes einzelne seine eigene Geschichte erzählt. Anschliessend ging es weiter ins Toni-Areal. Vor Ort durften wir eine Chor- und Orchesterprobe live miterleben, was sehr eindrücklich war. Zum Schluss erkundeten wir noch den Campus der Zürcher Hochschule der Künste.»
Lorika Fetinci, 3a

Opernhaus Zürich

«Wir besuchten das Atelier der Künstlerin Ursula Palla. Sie beschäftigt sich in ihrem Werk mit dem Einfluss des Menschen auf die Natur und setzt sich dabei mit der Vergänglichkeit auseinander. Dies erzählte sie uns anhand ihrer Kunstwerke: z.B. ein Kronleuchter ganz aus Karamell, welcher unter der Hitze im Museum schmilzt. Mit den von uns mitgebrachten Gegenständen und Naturalien konnten wir uns nun mit denselben Fragestellungen zu Mensch, Umwelt und Endlichkeit beschäftigen. Jeder hat auf seine Art Zugang gefunden und tiefgründige Gedanken veranschaulicht und umgesetzt.«
Marcus Mathews, 3c

Atelierbesuch bei Ursula Palla

«Am Morgen besuchten wir die Künstlerin Esther Kempf in ihrem Atelier in Oberwinterthur. Besonders beeindruckt hat uns an ihrer Arbeit, dass sie nicht mit Stein oder Holz arbeitet, sondern mit Orten und Räumen, die es schon gibt. Sie schaut genau hin und verändert kleine Dinge, damit man den Ort plötzlich ganz anders wahrnimmt. Wir fanden es spannend zu sehen, wie durch ihre Ideen aus etwas Alltäglichem ein Kunstwerk entstehen kann. Am Nachmittag fuhren wir weiter zur Villa Flora, einer im Jugendstil erbauten und renovierten Villa mit bedeutender Kunstsammlung des Postimpressionismus.»  
Nicolas Bertschinger und Jakob Graser 3e

Atelierbesuch bei Esther Kempf

„Wir haben uns die Installationen und Skulpturen in der Bechtler-Stiftung in Uster angeschaut. Es gab viele verschiedene Arten von Kunst und unterschiedliche Techniken zu sehen. Dadurch haben wir einen besseren Einblick in die Welt der Kunst bekommen und konnten verstehen, wie vielfältig Kunst eigentlich ist.“
Filip Marko, 3e

Bechtler-Stiftung Uster

„Mal einfach machen! – Was beim Improtheater wichtig ist, kann man auch fernab der Bühne gut gebrauchen. Ein Kurs, in dem es nicht nur um Theater geht, sondern auch um Teamwork, Selbstvertrauen und Gestaltungswillen.“
Elio Hubli, 3e

Improvisationstheater