Finale «Jugend debattiert» an der KZI

Am Mittwoch, 8. Dezember 2021, fand in der Aula der KZI das erste schulinterne Finale von «Jugend debattiert» statt.

Recherchieren – Argumente finden – sich eine eigene Meinung bilden: dass Jugendliche sich diese wichtigen Fähigkeiten aneignen, ist zentral für ihre Entwicklung zu eigenständigen, politisch aktiven Bürgerinnen und Bürgern und somit für den Fortbestand unserer Schweizer Demokratie. Das Format «Jugend debattiert», das nun seit gut zwanzig Jahren an vielen Schulen in der ganzen Schweiz erfolgreich durchgeführt wird, will genau das: Jugendlichen die Freude am Debattieren vermitteln und ihnen die Wichtigkeit einer aktiven Partizipation in Meinungsbildungsprozessen jeglicher Art aufzeigen.

Es debattierten die vier besten Schülerinnen und Schüler der Klassen 4a und 4b zur Frage: «Soll in der Schweiz ein allgemeiner Bürger- und Bürgerinnendienst für alle Schweizer und Schweizerinnen eingeführt werden?»

Mit viel Sachkenntnis, rhetorischem Geschick und bisweilen auch Herzblut versuchten die vier Jugendlichen die Gegenseite, die Jury und das Publikum von ihrer Argumentation zu überzeugen. Die Zuhörerinnen und Zuhörer kamen in den Genuss einer spannenden, inhaltlich und rhetorisch hochstehenden Debatte. Dass die drei Finalistinnen und der Finalist dabei eine zugeloste Position vertreten mussten, die teilweise nicht der eigenen Meinung entsprach, hat die Zuhörerschaft nicht gemerkt, so überzeugend waren alle vier.

Aeneas Hauri, 4b, hat auf der Pro-Seite die Bedeutung des Solidaritätsgedankens für unser Milizsystem hervorgehoben, seine Kollegin Elena Schimert, 4b, wies darauf hin, dass für sie als junge Frau Gleichberechtigung bei einem allgemeinen Bürger- und Bürgerinnendienst beginnen würde, ohne zu verschweigen, dass in Sachen Gleichstellung der Geschlechter auch im Jahre 2021, 40 Jahre nach der gesetzlichen Verankerung dieses Anliegens in der Schweizer Verfassung, noch vieles getan werden muss.

Auf der Contra-Seite führte Melanie Anderegg, 4a, rechtliche Bedenken ins Feld: Ein allgemeiner Bürger- und Bürgerinnendienst wäre unter Umständen nicht mit dem UNO-Menschenrechtsabkommen und dem dort verankerten Verbot von Zwangsarbeit vereinbar. Lisa Marchetti, 4a, unterstützte ihre Kollegin mit konkreten Zahlen und harten Fakten und wies auf die Schwierigkeit einer konkreten Umsetzung eines solchen Dienstes hin.

Am Ende kürte die Jury Melanie Anderegg (2. v. r.) aus der Klasse 4a zur Siegerin des ersten Debattierwettbewerbs an der KZI. Herzliche Gratulation!

Text: Sarah Bussmann, Lehrperson für Deutsch
Fotos: Patrick Hürlimann, 4b